Ohne großen Pomp ist im März die neue Brücke über die Eisenbahnstrecke am Dassauweg dem Verkehr übergeben worden. Zum Abschluss stehen noch einige Restarbeiten aus, darunter die Schließung und der Rückbau des alten Bahnübergangs, der am kommenden und darauffolgenden Wochenende erfolgen soll. Mit dem Bau der Brücke war am 24. September 2009 begonnen worden. Anfangs sorgte die Baustelle mehrfach für Aufsehen, nachdem zweimal eine Gasleitung und einmal eine Stromleitung beschädigt worden waren. Außerdem waren Zweifel laut geworden, ob die Brücke für den späteren Bau zweier S-Bahn-Gleise groß genug dimensioniert ist, nachdem es hieß, dass nur ein dreigleisiger Ausbau planerisch berücksichtigt worden sei. Der damalige Senat hatte dann jedoch hinzugefügt, dass nicht davon auszugehen sei, dass die Straßenbrücke am Dassauweg sich als ausschlaggebendes Hindernis für einen viergleisigen Ausbau der Strecke erweist. “Bei genauerer Betrachtung der fertigen Brücke kann man nun erkennen, dass sie für den Bau zweier weiterer Gleise darunter tatsächlich groß genug sein müsste”, freut sich der Rahlstedter SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Ole Thorben Buschhüter, dessen zentrales politisches Ziel der Bau der S 4 ist.
Bereits 1990 hatten die damalige Deutsche Bundesbahn und die Stadt vereinbart, alle im Bezirk Wandsbek noch verbliebenen 14 Bahnübergänge entlang der Strecke Hamburg-Lübeck aufzuheben und durch Brücken oder Tunnel zu ersetzen. Nach der Aufhebung des Bahnübergangs Dassauweg ist endlich die Halbzeit erreicht und es stehen nun noch die Maßnahmen Hammer Straße I und II, Claudiusstraße und Schloßgarten, Jenfelder Straße, Am Pulverhof und Nornenweg aus. „Die Aufhebung der Bahnübergänge im Bezirk Wandsbek dient dem Schienen- und dem Individualverkehr gleichermaßen. Für Fußgänger, Rad- und Autofahrer werden nach Fertigstellung der Straßenbrücken oder -unterführungen die langen Wartezeiten an den Bahnübergängen ein Ende haben. Für den Schienenverkehr werden potenzielle Störungs- und Gefahrenquellen beseitigt. Was den Bahnübergang Dassauweg angeht, konnte aber hier – trotz geringen Autoverkehrs – insbesondere wegen der Wohnbebauung auf der anderen Seite der Bahngleise auf eine Querung für Autos nicht verzichtet werden“, sagt Buschhüter.
Für das Ersatzbauwerk anstelle des Bahnübergangs Dassauweg waren im Vorfeld verschiedene Varianten untersucht worden. Da der Bahnübergang im Naturschutzgebiet liegt, mussten dabei die Belange des Naturschutzes vorrangig berücksichtigt werden. Die zunächst angedachte Tunnellösung wurde deshalb genauso verworfen, wie eine vom Höltigbaum ausgehende Straße parallel zu den Bahngleisen. „Die Brücke stellt den vergleichsweise geringsten Eingriff dar. Durch ihre Gestaltung wurde die Beeinträchtigung des Landschaftsbildes so gering wie möglich gehalten“, so Buschhüter. Der Bau der Brücke am Dassauweg schlägt mit rund 6,8 Millionen Euro zu Buche, die sich der Bund, die Bahn und die Stadt teilen.












War heute seit Jahren mal wieder im NSG Höltigbaum und habe heute (als Fußgänger) die neue Brücke benutzt: Architektonisch sehr gelungen, Kompliment! Sie gliedert sich tatsächlich harmonisch in die Umgebung ein, besser hätte man es nicht lösen können.
Guten Tag,
ich kann Herrn Steußloff nur zustimmen! Kompliment an den Architekten und die Bauausführung – trotz o.g. Schwierigkeiten.
Beste Grüße
Boll