Erklärung von Dr. Andreas Dressel

Mit einer E-Mail an die Mitglieder des SPD-Kreises Wandsbek hat sich der Kreisvorsitzende Dr. Andreas Dressel am 9. März 2018 zur Entscheidung über die Frage, wer Olaf Scholz als Erster Bürgermeister und Landesvorsitzender der SPD Hamburg nachfolgen wird, wie folgt geäußert:

„Liebe Genossinnen und Genossen!

Trotz aller öffentlicher Spekulationen und zahlreicher Medienberichte haben wir als Hamburger SPD wie vereinbart das positive Mitgliedervotum und die Entscheidungen zur Kabinettsbildung in Berlin abgewartet, ehe wir uns Nachfolgefragen für Hamburg zugewandt haben.

Ich bin sehr froh, dass wir uns gestern und heute gemeinsam auf ein sehr überzeugendes Personaltableau aus Erfahrung und Erneuerung verständigt haben – mit Peter Tschentscher als Bürgermeisterkandidaten, der wie kein zweiter für das gute Regieren dieses Senats steht, der Vertrauen, Verlässlichkeit und Verantwortung wie kaum ein anderer verkörpert. Und ich bin sehr froh, dass wir als Landesvorsitzende Melanie Leonhard nominiert haben, mit der ich seit langem eng und vertrauensvoll zusammenarbeite und die für die Zukunft unserer Großstadtpolitik wichtige Impulse geben wird. Und der designierte Bürgermeisterkandidat hat heute angekündigt, nachdem er vom Parteitag bestätigt ist, mich für das wichtigste Ressort im Senat vorzuschlagen – das Finanzressort mit seiner ganz großen Aufgabenbreite. Ich könnte dabei meine parlamentarischen Kenntnisse aus allen Politikbereichen mitnehmen und dabei an vieles anknüpfen – z.B. habe ich selbst gemeinsam mit Grünen und FDP 2013 die Schuldenbremse für die Hamburger Verfassung entworfen und dort verankert, die weiterhin Orientierungsrahmen für uns alle ist. Mich freut, dass ein Finanzsenator gleichzeitig auch Bezirkssenator ist: Gerade ein Jahr vor den Bezirkswahlen muss für uns die Handlungsfähigkeit unserer sieben Bezirksämter besonders im Fokus stehen.

Dabei ist zu berücksichtigen, dass ich schon lange den mit Olaf Scholz verabredeten Plan hatte, in der zweiten Hälfte dieser Wahlperiode aus dem Amt des Fraktionsvorsitzenden, das ich seit sieben Jahren bekleide, in das Amt eines Senators zu wechseln, auch um bislang fehlende Erfahrungen in der Leitung einer wichtigen Behörde zu sammeln. Natürlich habe ich in den vergangenen Tagen intensiv mit der Parteiführung, aber eben vor allem auch mit meiner Familie abgewogen, ob und wie zum jetzigen Zeitpunkt auch der unmittelbare Schritt in die Position des Bürgermeisters machbar ist und ob ich diesen Schritt in einer Situation mit drei kleinen Kindern gehen kann und vor allem wirklich will. Es hat mich in diesem Zusammenhang sehr berührt, dass mir das sehr viele zugetraut haben – aber letztlich ist das vor allem eine höchstpersönliche Entscheidung, die ich zu respektieren bitte.

Als zukünftiger Finanzsenator und weiterhin Vorsitzender des größten Hamburger SPD-Kreises Wandsbek kann ich damit an zwei zentralen Stellen weiter mit ganzer Kraft zum Gelingen unserer sozialdemokratischen Großstadtpolitik beitragen. Wir haben seit 2011 in Hamburg viel erreicht und wir haben noch viel vor. Das war vor allem eine große Teamleistung und das wird so bleiben.

In diesem Sinne bitte ich Euch auch ganz persönlich darum, unsere gemeinsamen Personalvorschläge zu unterstützen.

Euer Andreas Dressel“