Der Jugendhilfeausschuss hat in seiner Sitzung am 26. August einstimmig weitere Voraussetzungen geschaffen, dass die Wahl zum ersten Kinder- und Jugendhilfebeirat in Wandsbek datenschutzkonform stattfinden kann und der Beirat noch im Dezember seine Arbeit aufnehmen kann. Damit setzt die Wandsbek-Koalition ein Vorhaben aus dem gemeinsamen Koalitionsvertrag um, die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen möglich zu machen.
Der Zeitplan sieht vor, dass unmittelbar nach der Sitzung der Bezirksversammlung am 10. September eine erste Informationskampagne für die Aufstellung von Kandidierenden beginnt. An diese schließen sich die Bewerbungsphase und eine zweite Informationskampagne zur Wahl des ersten Kinder- und Jugendbeirats zwischen dem 26. Oktober und dem 22. November an. Die Wahl selbst findet dann vom 9.-22. November statt. Abgeschlossen wird der Ablauf mit der Konstituierung des Beirats in einem Workshop am10./11. Dezember.
Finn Nußbaum, Fachsprecher Jugendhilfe der Wandsbeker SPD-Fraktion: „Gerade in Zeiten großer Unzufriedenheit mit Politik ist es wichtig, jungen Menschen frühzeitig eine aktive Teilhabe an Entscheidungsprozessen und der Gestaltung ihrer Lebenswelt zu ermöglichen. Mit der Wahl des Hamburg-weit ersten Kinder- und Jugendbeirats schaffen wir im November eine wichtige Voraussetzung für eine dauerhafte, institutionalisierte Beteiligung. Dafür möchte ich mich bei allen Beteiligten aus der Verwaltung, dem Dienstleister PLING Kollektiv und den bereits beteiligten Jugendlichen aus der Begleitgruppe für die Vorbereitung bedanken.“
Jessica Denhardt, Mitglied im Jugendhilfeausschuss für die Wandsbeker GRÜNEN-Fraktion: “ Wir wollen eine Politik, die die Interessen aller Menschen im Blick hat. Das gelingt am besten, wenn diejenigen, um deren Lebensrealitäten es geht, auch selbst mit am Tisch sitzen und ihre Perspektiven einbringen können. Bisher war eine Gruppe aber noch gar nicht in der Bezirkspolitik vertreten: Kinder und Jugendliche! Ich freue mich deswegen sehr, dass hier in Wandsbek im November die Wahl des Hamburgweit ersten Kinder- und Jugendbeirats stattfindet. Das ist eine wichtiger Schritt für mehr demokratische Beteiligung und trägt dazu bei, dass die Interessen und Lebensrealitäten junger Menschen bei politischen Entscheidungen stärker berücksichtigt werden. Sie wissen selbst am besten, was sie beschäftigt, wo es Probleme gibt und welche Veränderungen sie sich wünschen. Dieses Wissen ist für gute Politik unverzichtbar.“
Annett Wicher, parlamentarische Geschäftsführerin der FDP-Fraktion Wandsbek: „Um unseren Bezirk zukunftsfähig zu machen, ist es wichtig, dass wir auch diejenigen an unseren Entscheidungsprozessen beteiligen, die die Zukunft unseres Bezirkes sind, die Kinder und Jugendlichen. Denn wer an einem Ort aufwächst, an dem er sich wohl gefühlt hat und an dem er gehört wurde, kommt gern zurück oder bleibt direkt. Ich freue mich sehr, dass wir in Wandsbek nun auch die Teilhabe der jüngsten Generation an unseren Entscheidungsprozessen durch den hamburgweit ersten Kinder- und Jugendbeirat gesichert haben.“
Hintergrund:
Im Koalitionsvertrag der Wandsbek-Koalition ist die Schaffung eines Kinder- und Jugendbeirates als Abschluss einer mehrjährigen Projektphase vorgesehen. Parallel dazu sieht der Koalitionsvertrag über die Zusammenarbeit in der 23. Legislaturperiode der Hamburgischen Bürgerschaft zwischen der SPD, Landesorganisation Hamburg und Bündnis 90/Die Grünen, Landesverband Hamburg die Stärkung der Bürgerbeteiligung in den Bezirken durch die Einrichtung von Jugendparlamenten oder -beiräten in allen Bezirken vor. Gestartet wird mit den aktuell laufenden Pilotprojekten in den Bezirken Altona und Wandsbek.
Politik und Verwaltung geben dabei mit Hilfe des Rahmenkonzeptes und der nun erfolgten Änderung der Geschäftsordnung nur die Rahmenbedingungen für einen Kinder- und Jugendbeirat vor. Die Jugendverbände sollen in geeigneter Form bei der Schaffung und Umsetzung des Kinder- und Jugendbeirats eingebunden werden. Die Satzung, die Geschäftsordnung und weitere Regelwerke des Beirates sollen anhand eines Workshops mit den gewählten Kindern und Jugendlichen erarbeitet werden.
