Die Nachbarschaftsinitiative Marienthal Bleibt Bunt lädt am Montag, den 9. November 2026, ab 18:00 Uhr zur Mahnwache mit anschließender Lauf-Demo im Stadtteil ein. Anlässlich des 88. Jahrestags der Novemberpogrome soll den Opfern des deutschen Faschismus gedacht werden. Neben den Mitgliedern des Bündnisses beteiligen sich auch Schüler:innen der umliegenden Schulen und die Vereinigung der Verfolgten des Nazi Regimes (VVN-BdA) am gemeinsamen Gedenken. Während der Novemberpogrome wurde auch in Hamburg – insbesondere in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 – von den Nationalsozialisten massive Gewalt gegen Jüd:innen verübt. In Redebeiträgen wird dieses Jahr das Schicksal von zwei durch das NS-Regime verfolgten Wandsbeker:innen, Mary Pünjer und Ingo Krieghoff, näher beleuchtet.
Die Demo beginnt vor dem Bezirksamt in der Schloßstraße beim Wandsbeker Marktplatz. Die Route führt an Stolpersteinen im Stadtteil vorbei und endet vor dem Haus der extrem rechten Burschenschaft Germania (Streckenlänge: 2 km). Die Burschenschaft Germania verharmlost die grausame national-sozialistische Geschichte bis heute und heißt sie mitunter sogar gut: Erst vor wenigen Tage klagte die Staatsanwaltschaft Gießen das Germania-Mitglied und AfD-Politiker Kevin Dorow wegen der öffentlichen Verwendung eines Spruchs der Hitlerjugend nach § 86a StGB an.
Paul Strothmann, Marienthaler Bezirksabgeordneter und Mitglied der Initiative: „Völkische Bestrebungen haben auch bei uns im Stadtteil zu Verfolgung, Vertreibung und Vernichtung geführt. Der 9. November ist ein Tag des Gedenkens aber auch der Mahnung. Alte wie neue Nazis und auch die Burschenschaftler der Germania propagieren eine gegen die Gleichheit und Würde der Menschen gerichtete Ideologie. Wir stellen uns dieser Ideologie gemeinsam entgegen und zeigen, dass Marienthal bunt ist und bleibt.“
