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Riesenbärenklau wird am Hummelsbütteler Berg zum Problem: Ausnahmegenehmigung für Herbizid-Einsatz

Der Riesenbärenklau (RBK) oder auch Herkulesstaude – ein invasiver Neophyt- hat sich am Hummelsbütteler Berg stark ausgebreitet und ist dort aufgrund der besonderen Standortbedingungen nicht mit mechanischen Methoden zu entfernen. Die rot-grüne Koalition in Wandsbek billigt daher die Absicht des Bezirksamtes, in diesem speziellen Fall, ein nicht auf Gräser wirkendes Unkrautbekämpfungsmittel einzusetzen.

Wie die Verwaltung berichtet, kann mit der bisherigen mechanischen Beseitigung am Hummelsbütteler Berg zwar die Bildung neuer Samenstände und damit die Ausbreitung weitgehend verhindert werden, eine Zerstörung der Vegetationskegel erfolgt auf dem steinigen Untergrund dabei jedoch nicht. Da die Samen des RBK (ca. 20.000 pro Pflanze) eine lange Keimfähigkeit im Boden besitzen, wird hier mit einem Kontrollbedarf von mindestens 15 Jahren gerechnet, wenn nur gemäht wird. Der Einsatz des Herbizides soll die Kontrollbehandlung auf sieben bis zehn Jahre reduzieren. Negative Auswirkungen auf schützenswerte Pflanzen werden nicht erwartet, da in Gesellschaft zum RBK andere Pflanzen so gut wie keine Entwicklungschance haben.

GRÜNE und SPD möchten mit ihrem Antrag im Umweltausschuss u.a. erreichen, dass der Herbizideinsatz zunächst nur für das Jahr 2015 und auch nur am Standort Hummelsbütteler Berg erlaubt wird. Bei einer Besichtigung des RBK-Bestandes vor Ort, bei der Vertreter der Behörden, der Parteien sowie der Naturschutzverbände zugegen waren, wurde von allen Teilnehmern die Meinung vertreten, es sollte in diesem Fall ausnahmsweise erlaubt werden, Herbizide zur Entfernung des RBK anzuwenden.

Dr. Ursula Martin, Sprecherin der GRÜNEN im Umweltausschuss: „Es ist uns nicht leicht gefallen, dem Herbizideinsatz zuzustimmen – aber der Riesenbärenklau bedrängt nicht nur die heimische Vegetation, sondern hat auch starke phototoxische Eigenschaften. Hautkontakt kann in Verbindung mit Sonnenlicht (UV-Strahlung) zu schweren Verbrennungen führen und u.U. können auch starke allergische Erscheinungen wie Asthma, Fieber oder Kreislaufprobleme auftreten.“

Heinz J. Plezia, Umweltsprecher der SPD-Bezirksfraktion: „Das Herbizid wird nicht flächig, sondern in Einzelpflanzenbehandlung verwendet und die Verwaltung wird verpflichtet, den Umweltausschuss fortlaufend über den Fortgang der Maßnahmen zu informieren. Ein etwaiger neuer Herbizideinsatz über das Jahr 2015 hinaus bedarf eines neuen Antrages und einer Inaugenscheinnahme der Fläche vor Ort.“

Hintergrund:

Der Riesenbärenklau gehört zu den Problem-Neophyten, einer Art, die in Europa nicht beheimatet ist und die heimische Vegetation zurückdrängt. Meistens fehlt es an natürlichen Gegenspielern wie Fressfeinden und Krankheiten, so dass Neophyten auf Grund ihrer erfolgreichen Vermehrungs- und Verbreitungsstrategien dominante Bestände ausbilden können. Bei der Herkulesstaude kommt hinzu, dass alle Pflanzenteile im Pflanzensaft Stoffe mit stark phototoxischen Eigenschaften enthalten. Das heißt, Hautkontakt führt in Verbindung mit Sonnenlicht (UV-Strahlung) zu schweren Verbrennungen und zu Hautreaktionen. Der Giftgehalt schwankt im Jahresverlauf und hat sein Maximum im April/Mai.

Die Eliminierung des RBK ist sehr aufwendig. Regelmäßige Mahd führt nicht zum Absterben der Pflanzen. Erstes Ziel muss daher sein, die Samenreife zu verhindern. Abgeschnittene Blütendolden müssen unbedingt sicher entsorgt werden, da auch abgeschnittene Blüten zur Samenreife gelangen. Außerdem müssen die Bestände öfters durchgegangen werden, da die einzelnen Pflanzen zu unterschiedlichen Zeitpunkten blühen und es oft zur Bildung von Nachblüten kommt.

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