Im zurückliegenden Jahr hatte es erste Kontaktaufnahmen von Politik und Verwaltung mit Supermarkt-Betreibern gegeben zur Frage, ob ihre Parkplätze für eine nächtliche Nutzung den Anwohnern zur Verfügung gestellt werden könnten. Ein solches Angebot, so die Wandsbek-Koalition aus SPD, Grünen und FDP, entlaste den Parkdruck in manchen Gebieten des Bezirkes und nutze die gegebene Versiegelung optimal aus. Die ersten Kontaktaufnahmen führten bislang nicht zu einem konkreten Vorhaben. Nun zeigt die kürzlich vorgestellte Zusammenarbeit von Lidl, einem hinzugezogenen Parkflächen-Betreiber und dem Senat im Bezirk Mitte, dass solche Konzepte realisierbar sind – das Modell taugt daher als Vorlage für Angebote auch im Bezirk Wandsbek. Bei dem Pilotprojekt in Hamm stehen täglich in der Zeit zwischen 18.00 Uhr und 8.00 Uhr des Folgetages ein Teil der Parkflächen zu kostengünstigen Tarifen zur Verfügung. Vergleichbare Angebote soll es demnächst auch in bevölkerungsreichsten Hamburger Bezirk geben. In der zurückliegenden Bezirksversammlung Wandsbek erweiterte die Koalition die Potentialflächen für „Feierabendparken“: Nicht nur Supermärkte, sondern auch öffentliche Einrichtungen könnten in Betracht kommen. Die Bezirksverwaltung wurde aufgefordert, diesbezüglich infrage kommende Parkraum-Ressourcen zu identifizieren. Nach Prüfung möglicher öffentlicher Flächen soll „Feierabendparken“ als Pilotprojekt für Wandsbek starten und durch Zusammenarbeit mit Supermarkt-und Discounter-Betreibern ergänzt werden. Da der Parkdruck in vielen Bereichen des Bezirkes erheblich ist, sollen Prüfung und Umsetzung – so der Antrag der Wandsbek-Koalition – nicht zuletzt in Zusammenarbeit mit der Behörde für Verkehr und Mobilitätswende „schnellstmöglich“ erfolgen.
Christoph Schütte, Mitglied im Fraktionsvorstand der Wandsbeker SPD-Fraktion: „Manchmal muss man für die Lösung eines Problems um die Ecke denken und kommt so auf gute Ideen. Wir begrüßen es sehr, dass neben dem Feierabendparken auf Parkplätzen von Supermärkten auch die Nutzung von Parkplätzen von öffentlichen Einrichtungen nach Feierabend geprüft wird. Mit einem Pilotprojekt in Wandsbek können wir neben schon umgesetzten Maßnahmen weiter dafür sorgen, dass mehr Parkplätze zur Verfügung stehen.“
Almut Borgwardt, Mobilitätspolitische Sprecherin der Grünen Fraktion: „Zur Entlastung des öffentlichen Raums, gerade in den Wohngebieten, möchten wir die Möglichkeiten des „Feierabendsparkens“ im Bezirk erproben. Es gibt zahlreiche größtenteils private Parkflächen, die bislang zweckgebunden und an Öffnungszeiten gekoppelt sind. Hierzu zählen zum Beispiel Supermärkte, deren Parkplätze nachts ungenutzt bleiben. Eine bessere Ausnutzung dieser schon vorhandenen Parkplatzflächen kann den öffentlich Raum in Wandsbek entlasten. Insofern hilft die Maßnahme nicht nur den Parkplatzsuchenden, sondern verspricht auch mehr Handlungsspielraum in der Gestaltung unserer bezirklichen Flächen.“
Finn Ole Ritter, Vorsitzender der Wandsbeker FDP-Fraktion und verkehrspolitscher Sprecher: „Viele Menschen in Wandsbek kennen das Problem: Am Abend einen Parkplatz zu finden, egal ob für Verbrenner oder E-Fahrzeuge, ist oft schwierig. Der Druck auf die Straßen ist hoch – das sorgt für Frust im Alltag. Unser Grundsatz als Koalition ist klar: Neue Parkplätze sollen zuerst dort entstehen, wo Flächen ohnehin schon versiegelt sind. Also auf Asphalt, Beton oder bestehenden Nutzflächen – beispielsweise bei Supermärkten, auf Betriebsflächen oder an öffentlichen Einrichtungen. Durch Schaffung legaler neuer Parkplätze oder, wie jetzt beim Pilotprojekt „Feierabendparken“ durch Doppelnutzung bestehender Flächen, reduzieren wir Wild-Parken, nicht zuletzt auch auf unseren Grünstreifen. Wir stehen für eine Lösung, die praktikabel ist, Rücksicht auf Umwelt und Stadtbild nimmt und den Alltag der Menschen im Bezirk spürbar verbessert.“
