Die zentral gelegene Wochenmarktfläche an der Nordseite des Einkaufszentrums Wandsbeker Quarree verfügt über ein hohes Entwicklungspotential. Einerseits ist die Fläche sehr gut erreichbar und Anlaufpunkt für viele Bürgerinnen und Bürger, andererseits ist sie nur geringfügig frequentiert und bedarf einer Aufwertung, unter anderem in der Aufenthaltsqualität.
Vor diesem Hintergrund möchte die Wandsbek-Koalition die Marktfläche langfristig ertüchtigen und die Nutzungsmöglichkeiten erweitern. Dazu sollen verschiedene bauliche und organisatorische Maßnahmen geprüft werden. Die organisatorischen Maßnahmen sollen in den WDK überwiesen werden, um schon vor der baulichen Veränderung eine bessere Marktbewirtschaftung und Nutzung der Fläche zu erreichen. Ziel ist es, den Standort langfristig als attraktive, lebendige und vielfältig genutzte Fläche im öffentlichen Raum zu etablieren.
Unter anderem soll die vorhandene technische Infrastruktur erneuert werden, um eine zeitgemäße und flexible Nutzung der Fläche zu ermöglichen. Die Wochenmarktfläche soll auch klimaresilient gestaltet werden: Der angrenzende Baumbestand etwa soll erhalten bleiben und durch einzelne Neupflanzungen ergänzt werden. Zusätzlich sollen Entsiegelungsmaßnahmen geprüft werden, um die Fläche besser auf kommende Starkregenereignisse vorzubereiten.
Durch zusätzliche Fahrradstellplätze, einschließlich geeigneter Abstellmöglichkeiten für Lastenräder, gut zugänglicher Fußwege und Parkmöglichkeiten vor Ort soll allen Verkehrsteilnehmenden eine gute An- und Abreise ermöglicht werden. Eine lebendige und für die Zukunft gut gerüstete Wochenmarktfläche in Wandsbek soll schließlich allen zu Gute kommen.
Patrick Martens, Wahlkreisabgeordneter Wandsbek-Eilbek für die SPD-Fraktion: „Mit der Weiterentwicklung der Wochenmarktfläche am Quarree machen wir aus einem heute oft leeren Durchgangsraum das lebendige Herz von Wandsbek: offen statt eingezäunt, klimagerecht statt versiegelt, mit moderner Infrastruktur, attraktiven Aufenthaltsbereichen ohne Verzehrzwang und flexiblen Nutzungsmöglichkeiten von Wochenmarkt über Flohmärkte bis zu Bewegungsangeboten für Kinder. Dass wir diesen Schritt gemeinsam mit Grünen und FDP gehen, zeigt: Wir meinen es ernst mit einem öffentlichen Raum, der für alle da ist – für Marktbeschickerinnen und Marktbeschicker, Besucherinnen und Besuchern sowie die Menschen im Stadtteil gleichermaßen.“
Ingo Schreep, Fachsprecher für Wirtschaft der GRÜNEN Fraktion: „Wir wollen die Wandsbeker Wochenmarktfläche langfristig erhalten und aufwerten. Die Bürgerbeteiligung hat weitere gute Ideen gebracht. Uns ist die bauliche Verbesserung der Infrastruktur inklusive Markthäuschens und öffentlicher Toilette wichtig. Dabei wollen wir den Baumbestand erhalten und den Platz zum umliegenden Stadtraum und zum Quarree hin öffnen und ökologisch aufwerten. Vor der eigentlichen baulichen Veränderung wollen wir aber schon zeitnah eine Verbesserung der Marktbewirtschaftung und der Aufenthaltsqualität der Fläche durch weitergehende Nutzung auch außerhalb der Marktzeiten erreichen.“
Birgit Wolff, Stellvertretende Vorsitzende FDP-Fraktion Wandsbek: „Es gibt nur wenige Planungsvorhaben im Bezirk Wandsbek, zu denen es über so viele Jahre so viel Bürgerbeteiligung gab. Das ist verständlich: Der Platz mit seinen rund 6000 Quadratmetern ist – wenn die Marktbeschicker zusammengeräumt haben – eine versiegelte „Leer-Stelle“ an zentralem Ort im Herzen des Bezirks. Ziel der Bürgerbeteiligung war, den Platz sowohl für die Wochenmarkt-Nutzung als auch für die überwiegende Zeit, wenn kein Marktstand auf dem Platz steht, attraktiv zu machen. Damit es gut wird, war sogar die Bezirksverwaltung vor Ort, mittendrin im Wochenmarktleben, mit Infoständen und Meinungsumfragen. Wir haben die Wunschliste der der Bevölkerung nun in einen Umsetzungsauftrag geschrieben und freuen uns über die große Zustimmung zu den Realisierungsplänen!“
Hintergrund
Im Mai 2025 hat das Bezirksamt eine Bürger*innenbeteiligung zur Grundlagenermittlung durchgeführt. Die Ergebnisse (https://wochenmarkt-wandsbek.beteiligung.hamburg/#/contributions/map) verdeutlichen den Wunsch nach einer stärkeren Belebung des Platzes, einer flexibleren Nutzung sowie nacht zeitgemäßen Rahmenbedingungen für Marktbeschicker*innen und Besucher*innen.
Im Rahmen der nun anstehenden weiteren Planungen zur Entwicklung der Wochenmarktfläche sollen nun folgende bauliche und organisatorische Maßnahmen geprüft und in die weitere Entwicklung einbezogen werden, um die Wochenmarktfläche langfristig zu ertüchtigen und ihre Nutzungsmöglichkeiten zu erweitern. Die organisatorischen Maßnahmen (Punkte sieben bis zehn) sollen dabei noch vor der Umsetzung der planten Baumaßnahmen umgesetzt werden.
- Erneuerung und Anpassung der technischen Infrastruktur, insbesondere der Strom- und Wasserversorgung sowie der Oberflächen, um zeitgemäße und flexible Nutzungen der Fläche zu ermöglichen;
- Renovierung des bestehenden Markthäuschens sowie die Einrichtung einer öffentlich zugänglichen Toilette, um die Aufenthaltsqualität für Besucher*innen und Marktbeschicker*innen nachhaltig zu verbessern;
- Überprüfung der bestehenden Einfriedung der Fläche mit dem Ziel, den Zaun, der die Fläche derzeit größtenteils umschließt, zu entfernen und den Platz stärker zum umliegenden Stadtraum zu öffnen;
- Verbesserung der Anbindung und Sichtbeziehung zum EKZ Quarree, insbesondere durch die Prüfung einer Schließung oder Umgestaltung des derzeit trennenden Straßenabschnitts „Quarree“, um eine stärkere räumliche und funktionale Verknüpfung beider Bereiche zu erreichen;
- Erhalt des bestehenden Baumbestandes, der den Platz umschließt, sowie vereinzelte Neupflanzungen auf dem Marktgelände als wichtiger Beitrag zum Stadtklima, zur Verschattung und zur Aufenthaltsqualität;
- Prüfung von Entsiegelungsmaßnahmen, insbesondere auf bislang ungenutzten oder gering genutzten Flächen, wo dies städtebaulich, funktional und technisch sinnvoll möglich ist, sowie die Berücksichtigung des Rigolensystems bei der Planung.
- die Entwicklung neuer Ansätze zur Marktbewirtschaftung sowie Maßnahmen zur Steigerung der Aufenthaltsqualität des Platzes, insbesondere zur Belebung der Wochenanfänge, etwa durch reduzierte oder zeitweise erlassene Standgebühren;
- die Überprüfung und gegebenenfalls Anpassung des bestehenden Gebührenmodells sowie der zulässigen Bezahlarten, insbesondere mit Blick auf die Ermöglichung bargeldloser Zahlung;
- die Überprüfung und sofern erforderlich Anpassung der Marktordnung, insbesondere hinsichtlich der Sortimentsbegrenzungen sowie der Marktzeiten;
- die Prüfung von Möglichkeiten zur Sondernutzung der Fläche außerhalb der Marktzeiten, beispielsweise für Flohmärkte, Veranstaltungen, Bewegungs- und Übungsangebote für Grundschulen, Inline-Skaten oder vergleichbare Nutzungen;
- die Prüfung einer ergänzenden Nutzung der an das EKZ Quarree angrenzenden Flächen, insbesondere für gastronomische Außenflächen, einschließlich entsprechender Abstimmungen mit der Eigentümerin Union Investment zur möglichen Öffnung der rückwärtigen Quarree-Flächen;
- die Schaffung zusätzlicher Sitz- und Aufenthaltsmöglichkeiten, möglichst mit Verschattungs- und Regenschutz, und ausdrücklich ohne Verzehrzwang um auch außerhalb der Marktzeiten die Aufenthaltsqualität zu verbessern und die Marktfläche zu sichern;
- die Umsetzung eines Mobilitätskonzeptes für die Marktfläche welches allen Verkehrsteilnehmern eine komfortable anreise ermöglicht etwa durch die Schaffung zusätzlicher Fahrradstellplätze, einschließlich geeigneter Abstellmöglichkeiten für Lastenräder, gut zugänglicher Fußwege und Parkmöglichkeiten vor Ort.
