Die Koalition in der Bezirksversammlung Wandsbek will die Entwicklung des Plangebiets Tonndorf 36 nördlich der Stein-Hardenberg-Straße weiter voranbringen. Ziel ist es, in der Nähe des Bus- und künftigen S-Bahnhofs Tonndorf die Voraussetzungen für eine zeitgemäße mehrgeschossige Bebauung zu schaffen und damit zusätzlichen Wohnraum in zentraler Lage zu ermöglichen.
Das Bebauungsplanverfahren war zuvor aufgrund begrenzter personeller Kapazitäten der Verwaltung und anderer politischer Prioritäten ruhend gestellt worden. Mit dem aktualisierten Arbeitsprogramm der Bebauungsplanung bestehen nun wieder Möglichkeiten, die nächsten Schritte vorzubereiten. Die Koalition setzt dabei bewusst auf eine intensive Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger.
Geplant ist eine zusätzliche informelle Bürgerbeteiligung mit moderiertem Dialogformat, begleitet durch ein externes Büro. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollen per Zufallsauswahl aus der Tonndorfer Bevölkerung zusammengestellt werden. Parallel sollen notwendige Fachgutachten erstellt werden. Das formale Bebauungsplanverfahren bleibt währenddessen weiterhin ruhend.
Xavier Wasner, Fachsprecher für Stadtplanung der SPD-Fraktion Wandsbek, erklärt: „Wir wollen in Tonndorf die Voraussetzungen für mehr Wohnraum nah am Tonndorfer Stadtteilzentrum entlang einer Magistrale ermöglichen und gleichzeitig die Qualitäten des gewachsenen Quartiers erhalten. Entscheidend ist für uns, dass die Menschen vor Ort frühzeitig eingebunden werden. Eine breite Bürgerbeteiligung schafft die Grundlage für eine nachhaltige und akzeptierte Entwicklung des Quartiers.“
Jan-Hendrik Blumenthal, Fachsprecher Stadtplanung der GRÜNEN-Fraktion: „Grundsätzlich halten wir eine bessere Ausnutzung und eine maßvolle Nachverdichtung der Flächen an der Magistrale und der zukünftigen S-Bahnhaltestelle Tonndorf für sinnvoll und notwendig. Und ist es aber ein großes Anliegen, die betroffenen Eigentümer bestmöglich auf dem Weg dorthin einzubinden und zu beteiligen. Daher wollen wir vor einer Fortführung des Bebauungsplanverfahrens eine zusätzliche Bürgerbeteiligung durchführen.“
Birgit Wolff, Vorsitzende der Wandsbeker FDP-Fraktion und baupolitische Sprecherin: „Wir begrüßen das gewählte Beteiligungsformat sehr. Immer wieder erleben wir, dass Einzelne sich zu lauten Sprechern für oder gegen eine Entwicklung machen und Bürgerinnen und Bürger mit anderer Meinung sich unwohl fühlen, diese zu äußern. Wir wollen aber allen eine Stimme geben, damit Veränderungen in unserem Bezirk fair und demokratisch verlaufen, und freuen uns, dass wir nun mit „Tonndorf 36“ weitermachen und für neuen Wohnraum sorgen können.“
Nach Abschluss des Beteiligungsprozesses wird sich der Planungsausschuss öffentlich mit den Ergebnissen befassen und über das weitere Vorgehen beraten.
