Wandsbek-Koalition setzt sich für ein lokales Gesundheitszentrum ein
Die Gesundheitsversorgung in Steilshoop beschäftigt die Politik auf unterschiedlichen Ebenen schon seit längerem. Der Stadtteil mit seinen gut 20.000 Einwohnerinnen und Einwohnern braucht dringend eine bessere medizinische Versorgung. Viele Ideen wurden entwickelt, zahlreiche Gespräche mit den Akteuren geführt, um eine Verbesserung der ärztlichen Versorgung in Steilshoop zu erreichen. Zuletzt gab es intensive Bemühungen der Wandsbek-Koalition, in Steilshoop ein lokales Gesundheitszentrum zu etablieren – bislang haben sie aber nicht zu einem Ergebnis geführt.
Carsten Heeder, Regionalsprecher für Bramfeld, Farmsen-Berne und Steilshoop der SPD-Fraktion Wandsbek: „Es ist unser Ziel, dass auch im größten Bezirk von Wandsbek ein Gesundheitszentrum eingerichtet wird, wie in allen Hamburger Bezirken bis auf Nord. Für ein solches Zentrum bietet sich Steilshoop als Standort an, um vor Ort eine niedrigschwellige medizinische Versorgung sicherzustellen. Das Thema wird auf mehreren Ebenen mit den Beteiligten diskutiert. Bislang konnte allerdings weder mit der kassenärztlichen Vereinigung noch mit der Sozialbehörde eine Einigung erzielt werden. Es kann also in keinster Weise die Rede davon sein, dass Steilshoop ignoriert oder die dortige Gesundheitsversorgung nicht ernst genommen wird. Wir bleiben weiterhin am Ball und führen intensive Gespräche, damit auch im größten Hamburger Bezirk ein solches Angebot geschaffen wird.“
Myriam Christ, gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion der Grünen in Wandsbek: “ Wir stehen klar hinter dem Ziel, die medizinische Versorgung in Steilshoop spürbar zu verbessern. Viele Menschen im Stadtteil erleben täglich, wie schwierig es ist, einen Arzttermin zu bekommen – das nehmen wir sehr ernst. Bevor wir weitere Schritte gehen, möchten wir deshalb Referent*innen aus der Sozialbehörde in den Ausschuss einladen, die darlegen, welche Möglichkeiten es konkret für Steilshoop gibt. Auf dieser Grundlage wollen wir zügig Lösungen entwickeln, die den Menschen vor Ort wirklich helfen.“
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Birgit Wolff, stellvertretende Vorsitzende und gesundheitspolitische Sprecherin der FDP-Fraktion Wandsbek: „Die Sorgen und auch den Unwillen der Bevölkerung in Steilshoop hinsichtlich ihrer nicht ausreichenden ärztlichen Versorgung können wir sehr gut nachvollziehen. Von „Sicherstellung der ärztlichen Versorgung“ haben die betroffenen Bürgerinnen und Bürger andere Vorstellungen als die dafür zuständige Kassenärztliche Vereinigung (KV). Das Handeln aller beteiligten Organisationen und Institutionen, darunter auch das der KV, ist durch eine Vielfalt an Rechtsvorschriften limitiert. Wir fordern die zuständigen Behörden und Institutionen auf Landesebene auf, im Rahmen besonderen Ermessens für die Versorgung unterversorgter strukturschwacher Gebiete eine Lösung für Steilshoop zu finden, und sei es eine ärztliche Einrichtung, die institutionell geleitet ist. Auch wenn wir seitens der Bezirkspolitik fachlich nicht zuständig sind, liegen uns doch der Stadtteil und seine Bürgerinnen und Bürger und ihr Wohlergehen am Herzen. Wir hoffen, dass wir, auch durch Darstellung des komplexen Sachverhaltes durch einen Fach-Referenten, zeitnah einen gangbaren Weg finden.
Hintergrund:
Kern eines lokalen Gesundheitszentrums sind eine Arztpraxis (Haus- und/oder Kinderarzt) und eine Sozialberatung. Zusätzlich soll eine verbindliche Kooperation mit Pflegediensten sowie gesundheitlichen und sozialen Angeboten, wie z.B. einer Suchtberatung, einer psychosozialen Beratung oder Migrantenhilfe, eingegangen werden. Bislang gibt es in fünf Hamburger Bezirken ein solches Angebot, weitere Informationen unter: Lokale Gesundheitszentren – hamburg.de
