Mehr öffentliche Toiletten soll es in Zukunft im Bezirk Wandsbek geben: Ein entsprechendes Modellprojekt der Wandsbek-Koalition, das unterschiedliche WC-Anlagen als zusätzliche Angebote zu den bestehenden Systemen testen und evaluieren wird, ist Donnerstagabend mit klarem Votum der Wandsbeker Bezirksversammlung auf den Weg gebracht worden.
Ziel des Projektes, das mit der Expertise der Stadtreinigung ablaufen wird, ist die quantitative Erweiterung der Anzahl öffentlicher Toiletten im Bezirk, für die auch alternative Finanzierungskonzepte geprüft werden. Der Bedarf nach solchen Angeboten ist erheblich und seit Jahren auf der Forderungsliste auch der Wandsbeker Bezirks-Fraktionen: Bisher scheiterte die Realisierung insbesondere an den Erstellungs-, Erhaltungs- und Pflegekosten. Nun wird das Modellprojekt, das Anfang 2026 starten wird, prüfen, ob niederschwellige Maßnahmen, wie sie in anderen Städten angewendet werden, auch für Hamburg Potential zur Etablierung bieten.
Birgit Wolff, stellvertretende Vorsitzende der FDP-Fraktion Wandsbek: „Als der Senat im Jahr 2017 die Aufgabe der Installation und Pflege öffentlicher WC-Anlagen an die Stadtreinigung übergab, wurde der große Bedarf an weiteren Einrichtungen bereits festgestellt – und an diesem deutlichen Bedarf hat sich seither nur unwesentlich etwas geändert, trotz des großen Einsatzes der Hamburger Stadtreinigung. Das Modellprojekt soll mit unterschiedlichen Test-Systemen zuerst an verschiedenen Spielplätzen gestartet werden. Wir setzen uns dafür ein, dass in Zukunft beispielsweise niemand mehr „ins Gebüsch“ muss, wenn er oder sie muss – das betrifft die Kinder, aber auch ihre Begleitpersonen wie Eltern oder auch Großeltern.“
Julia Funk, umweltpolitische Sprecherin der Wandsbeker SPD-Fraktion: „Seit längerer Zeit erreichen uns immer wieder Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern, die sich mehr öffentliche Toiletten wünschen. Die hohen Kosten solcher Anlagen führten meist dazu, dass keine neuen Toiletten geschaffen werden konnten. Deswegen ist die Idee mit dem Modellprojekt entstanden, das günstige WC-Anlagen auf ihre Praxistauglichkeit testen soll. Zusätzlich werden Informationen über mögliche Modelle, Kosten und Finanzierungsmöglichkeiten gesammelt. Vor diesem Hintergrund können wir anschließend diskutieren, wie wir mehr öffentliche Toiletten für Wandsbek schaffen können.“
Myriam Christ, Sprecherin für Schule und Gesundheit: „Es ist kein Geheimnis, dass es zu wenig Toiletten im öffentlichen Raum gibt. Wenn Menschen wild urinieren, ist dies nicht nur eine Ordnungswidrigkeit, sondern trägt auch zur Vermüllung öffentlicher Räume bei und kann Bäumen und Pflanzen schaden. Wir alle kennen jedoch vermutlich Situationen, in denen es eng werden kann. Zum Beispiel bei einem längeren Besuch auf dem Spielplatz. Wir wollen im Rahmen des Modellprojekts „Öffentliche Toiletten für Wandsbek“ verschiedene Toiletten-Konzepte an geeigneten Spielplätzen testen. Wir verstehen Wandsbek als freundlichen Bezirk, in welchem man sich wohlfühlt und gerne (zu Gast) ist. Zu diesem Bild gehören auch öffentliche Toiletten.“
