Das zeitliche Zusammentreffen hätte kaum passender sein können: Am Montagabend, dem 23. Februar, betonte das Sprecherteam der Handwerkskammer im Rahmen der Sitzung des Wirtschaftsausschusses, wie entscheidend ausreichend bezahlbarer Wohnraum für eine zukunftsfähige Ausbildungs- und Fachkräftesituation im Hamburger Handwerk ist. Bereits am darauffolgenden Abend berichteten – auf Antrag der Wandsbek-Koalition – Vertreter des Studierendenwerks und des Azubiwerks im Stadtplanungsausschuss im Wandsbeker Bürgersaal über die aktuelle Wohn- und Kostensituation aus ihrer Sicht und erläuterten, welche Bedarfe dringend berücksichtigt werden müssen. Dabei wurde deutlich: Auszubildende und Studierende benötigen unterschiedliche Wohnformen. Besonders bei Auszubildenden ist ein erheblicher Anteil noch minderjährig, was eine altersgerechte Begleitung und Betreuung erforderlich macht. Zudem machten beide Institutionen klar, dass ein wirtschaftlicher Betrieb entsprechender Wohnanlagen erst ab einer dreistelligen Anzahl an Wohneinheiten möglich ist. Daher suchen sowohl das Studierendenwerk als auch das Azubiwerk nach geeigneten Liegenschaften, um größere Wohnkomplexe realisieren zu können.
Im Bezirk Wandsbek liegt der Fokus dabei besonders auf Wohnangeboten für Auszubildende, da hier viele Gewerbebetriebe ansässig sind, während es im Vergleich zu anderen Bezirken weniger Ausbildungsstätten für Studierende gibt. Die Diskussion zeigte zudem, dass über die Angebote des Studierenden- und Azubiwerks hinaus weiterer passgenauer und bezahlbarer Wohnraum benötigt wird. Dieser ist für die Zukunftsplanung junger Menschen von großer Bedeutung und stellt einen entscheidenden Wettbewerbsfaktor für Unternehmen bei der Gewinnung von Fachkräften und Auszubildenden dar. Die Wandsbek-Koalition weist in diesem Zusammenhang auf das aktuell in Vorbereitung befindliche sogenannte Onboarding-Haus für Auszubildende am Friedrich-Ebert-Damm hin.
Xavier Wasner, Fachsprecher Stadtplanung der SPD-Fraktion Wandsbek: „Uns ist es ein zentrales Anliegen, im Bezirk Wandsbek mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen – insbesondere für junge Menschen in der Ausbildung. Gerade sie stehen oft vor der Herausforderung, mit begrenzten finanziellen Mitteln eine Wohnung in der Nähe ihres Ausbildungsortes zu finden. Deshalb setzen wir uns mit Nachdruck dafür ein, dass neue Wohnangebote entstehen, die gezielt auf die Bedürfnisse von Auszubildenden und Studierenden zugeschnitten sind. So stärken wir nicht nur die Zukunftsperspektiven junger Menschen, sondern leisten auch einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftegewinnung in unserer Stadt.“
Jan-Hendrik Blumenthal, Fachsprecher Stadtplanung der GRÜNEN-Fraktion: „Die Referenten von Studierendenwerk und Azubiwerk haben die Dringlichkeit der Wohnraumversorgung für jungen Menschen in Ausbildung mit ihrem Vortrag noch einmal eindrücklich vor Augen geführt. Dabei wurde auch ersichtlich, dass Wandsbek eine deutliche Unterversorgung mit Wohnheimplätzen aufweist, was zunehmend ein Problem für die zahlreichen, hier ansässigen Betriebe bei ihrer Suche nach Auszubildenden darstellt. Dies nehmen wir zum Anlass, unsere Anstrengungen beim Bau von Wohnungen für Studierende und Auszubildende zu verstärken, um in den nächsten Jahren auch in Wandsbek entsprechende Angebote zu schaffen.“
Birgit Wolff, Fachsprecherin Stadtplanung der FDP-Fraktion Wandsbek: „Wir haben uns über den starken Rückenwind der Handwerkskammer für unseren Einsatz für passgenaues Wohnen für Auszubildende und Studierende sehr gefreut – und die Kammer kann sich darauf verlassen, dass wir bei diesem Thema auf gemeinsamer Linie liegen. Wir haben einen starken Fokus auf entsprechenden Wohnraum bereits in unserem Koalitionsvertrag gesetzt und gemeinsam mit der Wandsbeker Bezirksverwaltung viel realisieren bzw. auf den Weg bringen können. Das ist auch ein wichtiger Schritt für die Wandsbeker Wirtschaft.“
